Der 19-jährige Tommy (Anson Boon) genießt sein Leben als Krimineller, treibt seine Freunde immer wieder zu grausamen Gewalttaten an und prahlt damit auf Social Media – bis er eines Nachts von einem Fremden entführt wird. Als Tommy erwacht, findet er sich angekettet im Keller eines abgelegenen Vorstadthauses wieder, in dem sein Entführer Chris (Stephen Graham) mit seiner Frau Kathryn (Andrea Riseborough) und ihrem jungen Sohn Jonathan lebt.
Die Familie setzt alles daran, Tommys unkontrolliertes Verhalten zu „reformieren“, und unterzieht ihn zahlreichen psychologischen Spielchen, um aus ihm einen „braven Jungen“ zu machen. Während Tommy sich mit allen Mitteln dagegen wehrt, wird er immer tiefer in die dysfunktionale Familiendynamik von Chris, Kathryn und Jonathan hineingezogen, aber auch mit seinen eigenen Sehnsüchten konfrontiert. Und schleichend merkt Tommy, dass seine Gefühle zwischen Hass und Sympathie, zwischen Fluchtreflex und dem Bedürfnis nach Nähe verschwimmen.
Mit seinem neuesten Film, der von „The Guardian“ bereits mit Kubricks „Uhrwerk Orange“ verglichen wird, überschreitet der Oscar-nominierte Regisseur Jan Komasa („Corpus Christi“, „The Change“) Genregrenzen. Mit radikaler Konsequenz stellt der Film Fragen nach Freiheit, Identität und moralischer Rechtschaffenheit – und zwingt uns, neu zu verhandeln, was wir bereit sind, als „normal“ hinzunehmen.
In den Hauptrollen überzeugen der „Adolescence“-Star, Emmy- und Golden-Globe-Gewinner Stephen Graham, die Oscar-nominierte Andrea Riseborough („Goodbye June“, „Die Fotografin“, „To Leslie“) und Anson Boon („MobLand“, „Pistol“, „Die Witwe Clicquot“). Nach einem Drehbuch von Bartek Bartosik und Naqqash Khalid und mit eindringlichen Bildern von Kameramann Michał Dymek („A real Pain“, „Das Mädchen mit der Nadel“) entfaltet Regisseur Jan Komasa ein düsteres und zugleich skurril bissiges Märchen, das lange nachhallt.